Die Bahnstrecke Miltenberg — Seckach hat mit vielen Problemen zu kämpfen: Nicht nur, dass sie im Verkehrsschatten und im dünn besiedelten Raum liegt, sondern vielmehr noch, dass sie nie für zeitgemäße Geschwindigkeiten und Taktverkehr ausgebaut worden ist. Der Anschluss an die „große weite Welt“ gelingt nur über Umstiege in kleinen Bahnhöfen, die selbst nur über eine dürftige Anbindung verfügen. Zwar sind die Aufgabenträger und damit indirekt die Landesregierungen bereit, das Defizit des Betriebs auch weiterhin zu tragen, jedoch wird trotzdem — oder gerade deswegen — dringend eine Antwort auf die Frage gebraucht, wie das Verkehrsangebot zukünftig effizient und attraktiv gestaltet werden kann.
Der Fahrgastverband PRO BAHN Main-Tauber hat sich dieser Frage angenommen und hat 2018 ein Fahrgast-Gutachten als Diskussionsgrundlage vorgelegt. Das Gutachten steht hier zum Download zur Verfügung.
Die zuständigen Aufgabenträger für die Madonnenlandbahn NVBW und BEG ignorieren diese Vorschläge aber bisher, weshalb PRO BAHN Main-Tauber mit mehreren Presseerklärungen, auch gemeinsam mit der IHK Rhein-Neckar, auf die Probleme und Verbesserungsvorschläge hingewiesen hat.
Ganz anders die Gutachter für den Deutschlandtakt: Im dritten Gutachterentwurf zum Deutschlandtakt vom Juni 2020 wurde der betriebliche Vorschlag von PRO BAHN Main-Tauber aus dem Fahrgast-Gutachten Madonnenlandbahn vom September 2018 in die offizielle Planung übernommen. Dabei sollen die von Miltenberg kommenden Züge über Seckach bis nach Mosbach verlängert werden, um an allen Umsteigebahnhöfen perfekte Anschlüsse zu ermöglichen.
Nachtrag 2025: Auch im vierten Gutachterentwurf (Fortschreibung des Gutachtens von 2020) ist die Madonnenlandbahn — wenn auch mit anderen Fahrzeiten — nach Mosbach durchgebunden, während das baden-württembergische Verkehrsministerium in seinem „Zukunftsfahrplan“ genannten Projekt auch als Zielzustand weiter an dem heute bestehenden Konzept festhält. Als einzige Veränderung sollen die Dieseltriebwagen durch batterieelektrische Triebwagen ersetzt werden, Verkehrsbeziehungen oder Anschlüsse interessieren dort anscheinend überhaupt nicht.
2018/2020/2025
letzte Aktualisierung: 03/2026