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Bahnübergang Kleinsteinbach — seit 20 Jahren ein Ärgernis für die Fahrgäste

Was ist geschehen?

Am 27.07.2006 gab es auf dem Bahnübergang in Kleinsteinbach einen folgenschweren Unfall. Ein Linienbus fuhr trotz Rotlicht noch auf den Bahnübergang und wurde von einem durchfahrenden Regionalexpress erfasst. Zum Glück gab es außer dem schwer verletzten Busfahrer keine weiteren Opfer.

Damit sich so ein Unfall nicht wiederholt wurde die Geschwindigkeit für alle Züge an dem Bahnübergang auf 30 km/h beschränkt. Sonst geschah erst einmal: NICHTS.

Für die Lösung des Bahnübergang-Problems in Kleinsteinbach gäbe es verschiedene Möglichkeiten: eine Verbesserung der Sicherungsanlagen an dem bestehenden Bahnübergang (was längere Schrankenschließzeiten zur Folge hätte) zum Beispiel, oder aber den Ersatz des Übergangs durch eine Unter- oder Überführung, wofür es nun auch wieder verschiedene Varianten gäbe. Ein intensives Hickhack, was denn nun zu tun sei, folgte in den nächsten Jahren zwischen Lokalpolitik, beteiligten Behörden und Bahn.

Geschehen ist in der Zeit erst einmal: NICHTS.

Im Jahr 2019 schien man sich dann soweit geeinigt zu haben, dass das Planfeststellungsverfahren hätte eröffnet werden können. Entsprechend äußerte sich auch die Bundesregierung auf eine kleine Anfrage des Abgeordneten Gastel (Bundestagsdrucksache 19/7797, Seite 88). Doch geschehen ist weiterhin: NICHTS.

Die Bedeutung der Bahnlinie:

TGV

Auch der TGV darf nicht schneller als 30 km/h fahren (Foto: U.Müller)

Die Strecke Karlsruhe — Pforzheim — Stuttgart gehört im Personenverkehr zu den am stärksten benutzten Strecken in Baden-Württemberg. Der Halbstundentakt aus RE1 und IC hat zu großen Fahrgastzuwächsen in den letzten Jahren geführt, dazu kommen noch einzelne MEX-Züge und natürlich die S-Bahn Karlsruhe — Pforzheim. Außerdem werden bei Störungen auf der parallelen Schnellfahrstrecke gerne weitere Fernzüge (ICE und TGV) über diese Strecke umgeleitet. In Kleinsteinbach selbst halten davon nur die S-Bahnen, alle anderen Züge werden nun schon seit über 20 Jahren ausgebremst.

Und geschehen ist in der Zwischenzeit weiterhin: NICHTS.

Das „Jubiläum“ in der Presse:

PRO BAHN hatte im Vorfeld des 20-jährigen Jubiläums der Langsamfahrstelle verschiedene Presseorgane darauf aufmerksam gemacht, jedoch war das Interesse daran gering. Die „Badischen Neuesten Nachrichten“ berichteten am 27.07. zwar über den Unfall vor 20 Jahren, gingen aber mit keinem Wort auf die Behinderungen der Fahrgäste durch die Langsamfahrstelle ein. Lediglich das „Durlacher Blatt“ brachte in seiner Ausgabe Nr. 14 einen ausführlichen Bericht.

(jb), August 2026

letzte Aktualisierung: 08/2026

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