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Pressemitteilungen

Regionalgruppe Main-Tauber

17.05.2018

Deutsche Bahn müht sich vergebens:

Frankenbahn auch weiter Schlusslicht bei Pünktlichkeit

Weiterhin ist kein Licht am Ende des langen Tunnels für die Frankenbahn Würzburg—Stuttgart zu sehen. Wie Deutsche Bahn und Verkehrsminister Winfried Hermann gestern bekanntgaben, haben die vor einem Jahr vereinbarten Anstrengungen nicht zu einer Verbesserung der Betriebsqualität geführt. Noch immer sind 15% der Züge mindestens vier Minuten verspätet.

Vier Minuten Verspätung hören sich zunächst nicht dramatisch an. Was die Zahlen aber nicht verraten, ist, wie groß die Verspätungen wirklich sind und wie oft dabei Anschlusszüge und -busse nicht warten. Die Verknüpfungen an den Umsteigebahnhöfen (u.a. in Lauda, Osterburken und Würzburg) sind z.T. sehr knapp.

Matthias Beß vom Fahrgastverband PRO BAHN Main-Tauber kritisiert vor allem die Gleichgültigkeit der Deutschen Bahn beim Umgang mit Reiseketten (Anschlüssen): „Während der Fahrgast, der nur die Frankenbahn benutzt, z.B. mit 10 min Verspätung ankommen mag, werden es für den umsteigenden Fahrgast schnell eine oder zwei Stunden, wenn der Anschlusszug nicht wartet. Dies ist der eigentliche K.O.-Schlag für den Öffentlichen Verkehr.“

Was tun bei Anschlussverlust?

Beß empfiehlt, bei Anschlussverlust wenigstens die existierenden Fahrgastrechte in Anspruch zu nehmen.

a) Mit DB-Fahrscheinen kann bei verspäteter Ankunft ein Teil des Fahrpreises (25% ab 60 min bzw. 50% ab 120 min) zurückverlangt werden.

b) Mit Zeitkarten (außer Schülerzeitkarten) des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar werden bis zu 50 Euro Taxikosten erstattet, wenn eine Ankunft sich um über 30 min verspäten würde (sog. „Mobilitätsgarantie“).

Für beides gibt es Formulare, auch im Internet. Die genauen Bedingungen sind ebenfalls dort zu finden.

Frankenbahn wird vorsätzlich kaputtgemacht: Baustellen ohne gleichwertigen Ersatz

Für weit schlimmer als gelegentliche Zugverspätungen hält Beß das, was man derzeit auf der Frankenbahn erleben kann bzw. muss: Eine Vollsperrung für acht Wochen, deren Notwendigkeit man grundsätzlich schon anzweifeln darf. Dazu ein „Schienenersatzverkehr“ (SEV) mit Bussen, den man einfach nur als Schlag ins Gesicht derjenigen bezeichnen kann, die ihn gerne benutzen würden. Durch lange Wartezeiten in Lauda und Osterburken verlängert sich die Fahrtzeit völlig ohne Not um eine Stunde.

Beß: „Aufgrund der Tatsache, dass diese Planung der Deutschen Bahn sehenden Auges geschieht und auch dem Verkehrsministerium nicht verborgen geblieben sein kann, muss man den Herrschaften ihre Besorgnis wegen der auftretenden Verspätungen im Regelbetrieb wirklich nicht abnehmen. Wenn man den Menschen ein funktionierendes Verkehrsangebot unterbreiten will, dann darf sowas wie der aktuelle SEV-Fahrplan auf keinen Fall passieren. Die Bahn beweist damit nur, dass sie verzichtbar ist. Einer derart ‚engagierten‘ Deutschen Bahn wird man hier keine Träne nachweinen.“

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letzte Aktualisierung: 23.05.2018