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30.09.2019

PRO BAHN zur Selbstrettung aus der liegengebliebenen S-Bahn in Stuttgart

Gefährliche Ratlosigkeit der Deutschen Bahn bei liegengebliebenen Zügen

Stuttgart (pb) - Erschreckendes Missmanagement trat bei einem Zwischenfall mit der S-Bahn in Stuttgart zu Tage, deren Fahrgäste sich nach einer Stunde Wartezeit selbst befreiten: Die Deutsche Bahn ist nicht in der Lage, einen Zug im Stuttgarter Hauptbahnhof in halbwegs erträglicher Frist zu räumen. Die Bundespolizei sieht drohende Lebensgefahr für die Fahrgäste, ist aber ebenfalls nicht in der Lage, die Gefahr abzuwehren, sondern warnt die Fahrgäste allen Ernstes per Twitter. Erstaunlicherweise ging dann plötzlich alles sehr schnell, als die Fahrgäste in Notwehr die Sache selbst in Hand genommen haben.

"Leider war der Vorfall nicht außergewöhnlich, sondern im Rahmen des zu Erwartenden und Üblichen", so Stefan Buhl, Landesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN Baden-Württemberg. Im entlegensten Winkel des Landes gelten Hilfsfristen von einer Viertelstunde. Im Zug dagegen vergehen bei Unfällen regelmäßig Stunden, bis Oberleitungen geerdet und die Rettungskräfte darüber informiert sind. In der Zwischenzeit können selbst schwerverletzte Fahrgäste eigentlich keine Hilfe erwarten, da sich Rettungskräfte nicht selbst in Gefahr bringen können und dürfen. Dass es bei unbeschädigter Oberleitung auch nicht schneller geht, macht die Sache auch nicht gerade besser.

Auch das Verhalten der Polizeit wirft regelmäßig Fragen auf. Bei Unfällen auf der Autobahn ist selbstverständlich, dass die Autofahrer nach nicht allzu langer Zeit notfalls gegen die Fahrtrichtung die Fahrbahn verlassen dürfen oder dass der Verkehr irgendwie schnellstmöglich an der Unfallstelle vorbeigeleitet wird. Bei der Eisenbahn wird hingegen regelmäßig stundenlang großzügig gesperrt. Bei allem Verständnis für notwendige kurzfristige Sperrungen: So drohen erst Recht Gefahren für die Fahrgäste, sei es wegen des stundenlangen Ausharrens in stickigen Fahrzeugen; sei es, dass die Fahrgäste wie jetzt verständlicherweise geschehen, sich irgendwann selbst befreien und unkontrolliert über Gleise laufen.

"Wir brauchen dringend einen Runden Tisch mit Polizei, DB Netz und den Verkehrsunternehmen, um dieses Problem, das ja nicht nur bei der S-Bahn besteht, endlich anzugehen", so die Forderung von PRO BAHN.

Kontakt:

Stefan Buhl, Vorsitzender PRO BAHN Baden-Württemberg, Tel. 0170/3077110, buhl@pro-bahn-bw.de
Dr. Matthias Beß, Pressesprecher PRO BAHN Baden-Württemberg, Tel. 015754189939, bess@pro-bahn-bw.de

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letzte Aktualisierung: 20.10.2019