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17.02.2020

PRO BAHN zum Umgang der Bahn mit den Sturmfolgen

Vertrauen verspielt - Bahn muss sturmfester werden

Stuttgart (pb) - Der Umgang der Bahn mit dem Sturmtief wird Fragen auf und lässt für die nähere Zukunft wenig Gutes erwarten. Der unmittelbare Umgang mit dem Unwetter war - von der kopflosen und in dieser Form sinnlosen Totaleinstellung des Fernverkehrs abgesehen - teilweise recht ordentlich; die Vorsorge hingegen ist weiterhin mangelhaft.

"Völlig überzogen war die frühzeitige bundesweite Einstellung des gesamten Fernverkehrs", so die Kritik des unabhängigen Fahrgastverbands PRO BAHN Baden-Württemberg. Natürlich will niemand mit 300 km/h durch den Orkan fahren, aber die Prognosen waren wie üblich präzise genug, um regional jeweils angemessen handeln zu können. Bei einer pauschalen Einstellung zu einer festen Uhrzeit sind Personal und Fahrzeuge ja überwiegend auch am falschen Ort, entkräftet Buhl, Landesvorsitzender von PRO BAHN Baden-Württemberg eines der Argumente der DB. "Da muss man halt, wie bei allen anderen Störungen auch, nur die akut gefährdeten Regionen sperren oder Geschwindigkeitsbeschränkungen verhängen, und dann vorzeitig wenden, auch wenn es weniger bequem für die DB sein mag."

Dass Züge zwischen Karlsruhe, Stuttgart und München sowie zwischen Stuttgart und Zürich schon am Abend nicht mehr fahren durften, obwohl der Sturm erst für weit nach Mitternacht angekündigt war, war völlig ungerechtfertigt; vor allem, da für Stuttgart--Singen keinerlei Alternativen im Regionalverkehr vorhanden waren.

In der Vorsorge sehen die Fahrgastvertreter zwei Versäumnisse: Der Vegetationsrückschnitt reicht offensichtlich noch immer nicht aus. Größere Schäden wie jetzt im Schwarzwald werden sich nie vollständig vermeiden lassen, aber schon bei weit weniger starken Stürmen fallen bestimmte Hauptverkehrsstrecken durch regelmäßige Sperrungen wegen umgestürzter Bäume auf.

Zudem müssen auch die Notfall-Instandsetzungskapazitäten deutlich ausgeweitet werden. Auch hier gilt: Bei so großflächigen Ereignissen kann nicht alles sofort und gleichzeitig repariert werden. Aber die Kapazitäten nahezu ausschließlich auf Normalbetrieb auszulegen, ist dann doch zu wenig.

Der Öffentliche Verkehr leidet schon genug unter der zumindest gefühlten Unzuverlässigkeit. Wenn der Bahn nichts Besseres einfällt, als den Verkehr inzwischen mit einer gewissen Regelmäßigkeit ersatzlos einzustellen, wird das Vertrauen darin, auch ohne PKW zurecht zu kommen, nicht gerade steigen, so das Fazit von PRO BAHN.

Kontakt:

Stefan Buhl, Vorsitzender PRO BAHN Baden-Württemberg, Tel. 0170/3077110, buhl@pro-bahn-bw.de
Dr. Matthias Beß, Pressesprecher PRO BAHN Baden-Württemberg, Tel. 01575/4189939, bess@pro-bahn-bw.de

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letzte Aktualisierung: 01.05.2020