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14.06.2020

PRO BAHN zum Bahnangebot nach Corona

Fahrgäste fordern nach Corona weitere Verbesserungen im Bahnverkehr

Stuttgart (pb) - Mit dem sog. "kleinen Fahrplanwechsel" am 14.06.2020 meldet sich das Land Baden-Württemberg hinsichtlich seines Bahn-Regionalverkehrs nach drastischen Kürzungen während der Corona-Krise in der Normalität zurück. Fahrgäste erwarten allerdings mehr als nur die Rückkehr zum alten Trott, sondern fordern einen Aufbruch in ein neues Zeitalter des Öffentlichen Verkehrs. Die Kosten dafür liegen aktuell unter Null.

Im Rahmen der Corona-Krise wurden die Bahnleistungen drastisch und unkoordiniert zurückgefahren – auf weiten Strecken deutlich unter 50 Prozent des normalen Angebots. "Die unvermeidbare Gesundheitskrise wurde so noch durch eine vermeidbare Mobilitätskrise verschärft", sagt Matthias Beß, Pressesprecher von PRO BAHN Baden-Württemberg. "Signal an die Fahrgäste: Wer Bahn fahren will, muss auch ein Auto haben."

In jeder Krise liegt allerdings auch eine Chance, die jetzt genutzt werden kann und muss.

Beß: "Bund und Land fordern wir auf, dass, anstatt nun hohe Summen zur Rettung der Bahnen einfach ohne Gegenleistung auszureichen, die Bahnen die Gelegenheit bekommen sollen, die ausgefallen Leistungen nachzuliefern." Die Aufgabenträger sollten also die nicht erbrachten Leistungen neu verplanen und damit das Gesamtsystem Öffentlicher Verkehr entscheidend voranbringen.

Dies wäre auch eine Wiedergutmachung für die Bahnkunden. "Insbesondere im ländlichen Raum werden die Fahrgäste auch im Normalfahrplan mit großen Fahrtabständen, schlechten Anschlüssen und Anschlussverlusten gequält. Dies muss jetzt endlich gezielt angegangen werden."

Die Attraktivität des Schienenverkehrs steht und fällt mit dem Angebot, wohingegen die Kosten für die Gleise, Signale und deren Betrieb von der Nutzung weitgehend unabhängig sind. "Vielerorts kann der Nutzen verdoppelt werden, indem man die Ausgaben nur minimal steigert", erläutert Beß. "Es wird viel Geld nutzlos ausgegeben, weil man nicht bereit ist, das wenige Geld draufzulegen, das alles stimmig und für Fahrgäste brauchbar macht."

Hier liegt nun die Chance in der aktuellen Situation: Die Bahnen brauchen ihre Umsätze und sollten die Gelegenheit bekommen, diese zu erwirtschaften. Wenn das Geld aus dem Rettungsschirm nicht einfach verschenkt wird, sondern Zugfahrten damit bestellt werden, kommen sogar noch die Fahrgeldeinnahmen dazu, denn für gute Leistung kann man auch gutes Geld verlangen. Somit vermehrt sich das ausgegebene Geld sogar, wenn es zur Leistungsbestellung eingesetzt wird: Die effektiven Kosten des Mehrverkehrs sinken unter Null!

Die früher oft rhetorisch bemühte "Abstimmung mit der Fahrkarte" hätte den weiteren Vorteil, dass man leicht erkennen könnte, welche Maßnahmen wirklich beim Kunden ankommen und beibehalten werden sollen und wo anderenfalls neu überlegt werden muss.

Beispiel: Ein entsprechendes Konzept von PRO BAHN für den Bereich Neckar-Odenwald / Madonnenland liegt der Nahverkehrsgesellschaft und dem baden-württembergischen Verkehrsministerium seit September 2018 vor. Beß: "Gemacht wird nichts, man bekommt nicht mal mitgeteilt, warum nicht. Dieses Verschleppen und Versagen muss ein Ende haben. Die Zeit war längst reif und jetzt ist der Zeitpunkt günstig!"

Kontakt:

Stefan Buhl, Vorsitzender PRO BAHN Baden-Württemberg, Tel. 0170/3077110, buhl@pro-bahn-bw.de

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letzte Aktualisierung: 01.05.2020