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31.07.2022

Regionalstadtbahn Neckar-Alb: Bauliche Umsetzung und weitere Ausbaupläne zügig voranbringen!

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert, die Ausbaupläne für die Regionalstadtbahn Neckar-Alb zügig voranzubringen. Besonders im Landkreis Reutlingen gilt es, die Vorplanungen zügig zum Abschluss zu bringen und mit der baulichen Umsetzung der Neubaustrecken zu starten. Mit einer Streckenführung der Regionalstadtbahn durch die Innenstadt kann die Stadt Reutlingen ihrer Vorreiterrolle als bundesweite Modellstadt zur Förderung des öffentlichen Verkehrs einmal mehr gerecht werden.

Engagiert diskutierten Bürger und Beteiligte aus der Verwaltung, Bau- und Regionalplanung am letzten Montag über Varianten für eine Strecke der Regionalstadtbahn Neckar-Alb von Reutlingen nach Ohmenhausen. Unter anderem dort, wo früher schon eine Bahnverbindung bestand, soll die neue Regionalstadtbahn verkehren. Die ersten der modernen Stadtbahnfahrzeuge sind bestellt und werden planmäßig ab dem Jahr 2027 geliefert. In einer weiteren Ausbaustufe soll die Regionalstadtbahn von Ohmenhausen über Gomaringen weitergeführt werden und in die bestehende Bahnstrecke von Tübingen nach Mössingen einmünden. Auf diese Weise entstehen Fahrzeitverkürzungen, zwischen Ohmenhausen und Tübingen zum Beispiel bis zur Hälfte der aktuellen Fahrzeit.

Der Fahrgastverband PRO BAHN lobt den strategischen Ausbau von Strecken der Regionalstadtbahn Neckar-Alb ausdrücklich. „Sobald eine Schienenverbindung eingerichtet wird, steigen die Fahrgastzahlen des öffentlichen Verkehrs. Dafür gibt es mehrere Beispiele, z.B. im Raum Karlsruhe“, kommentiert Julian Krischan vom Fahrgastverband PRO BAHN, „innerhalb kurzer Zeit schossen die Fahrgastzahlen dort in die Höhe“.

Für das neue Netz der Regionalstadtbahn Neckar-Alb sind die Vorplanungen im Landkreis Tübingen abgeschlossen. Im Landkreis Reutlingen gilt es, dieses Stadium auch möglichst schnell zu erreichen. Ein ebenfalls wichtiger Teil der Planungen ist hier eine Neubaustrecke von Reutlingen nach Pfullingen und Engstingen – mit einem Streckenabschnitt durch die Reutlinger Innenstadt, auf der die Stadtbahn als Straßenbahn verkehren wird. Zur Auswahl der Streckenführung im Stadtgebiet von Reutlingen werden diesen Herbst Begehungen stattfinden. Unter anderem sind die Lederstraße und die bestehende zentrale ÖPNV-Achse in der Gartenstraße im Gespräch.

Rolle als ÖPNV-Modellstadt gerecht werden

„Für die Stadt Reutlingen gilt es, ihrer Rolle als ÖPNV-Modellstadt des Bundes weiter gerecht zu werden“, so Julian Krischan weiter. Als eine von fünf Modellstädten des Bundes wurden in der Stadt Reutlingen in den Jahren 2018 bis 2021 diverse Maßnahmen zum Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs vorangetrieben. Davon zeugt die Umgestaltung der Gartenstraße. Bei weiteren Maßnahmen zur Stärkung des ÖPNV wurden die Räder mittlerweile wieder zurückgedreht – so bei dem im ganzen Stadtgebiet gültigen 365-Euro-Jahresticket, den Quartiers- oder Nachtbuslinien. Auch wurden Buslinien, die während der Zeit der Modellstadtförderung neu eingerichtet oder in ihren Taktzeiten ausgeweitet wurden, gekappt bzw. Takte wieder verschlechtert. Der Fahrgastverband PRO BAHN hat hier gewisses Verständnis, da die Kosten für den Betrieb ohne Fördermittel und unter dem Eindruck der Pandemiefolgen nur schwer zu stemmen wären.

Umso mehr muss mit einem beschleunigten Ausbau der Strecken der neuen Regionalstadtbahn Neckar-Alb Sorge getragen werden, dass hier ein weiterer Meilenstein für die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs entsteht – für mehr Fahrgäste und ein Angebot, das in Stadt und Region zum Umsteigen vom PKW auf das klimafreundliche Verkehrsmittel Schiene führt. Nur so kann echte Verkehrswende gelingen.

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letzte Aktualisierung: 11/2022