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10.12.2005

Weiterentwicklung im Nahverkehr, Kritik an reduziertem Fernverkehr

Kirchheim, 10.12.05, JS - Licht und Schatten sieht der Fahrgastverband PRO BAHN beim ab dem 12. Dezember gültigem Fahrplan im Schienenverkehr Baden-Württembergs. In der Kritik stehen besonders Teile des Fernverkehrs der Deutschen Bahn

Nach Einschätzung von Josef Schneider, Landesvorsitzender des Verbandes, ist der durch das Land bestellte Nahverkehr gekennzeichnet durch eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Als Glanzlicht nach einer langen baubedingten Durststrecke bezeichnet der Verband die Eröffnung der Stadtbahnlinie Heilbronn - Öhringen. Von Freudenstadt über Karlsruhe, Bretten und Heilbronn bis in die Region Hohenlohe lässt sich jetzt in modernen Zügen und kurzen Taktzeiten moderner Schienennahverkehr erfahren. "Wir hoffen, dass es trotz aller finanziellen Schwierigkeiten gelingt, die Stadtbahn Heilbronn in den nächsten Jahren zu einem echten Netz auszubauen", so Schneider. Geplant ist die Einrichtung einer Nord-Süd-Linie von Bad Rappenau/Gundelsheim ins Zabergäu.

Scharf kritisiert hatte der Fahrgastverband die im letzten Jahr umgesetzte Reduzierung des Fahrplanangebotes auf der Linie Aulendorf - Kisslegg. Nach Beobachtungen des Verbandes hat dies zu einem überproportionalen Fahrgastrückgang geführt. Das auf einen Zweistundentakt reduzierte Angebot ist nicht mehr zeitgemäß. Durch zusätzliche Züge im Schüler- und Berufsverkehr wurden jetzt wenigstens die gröbsten Lücken geschlossen. "Möglichst bald müssen wir zu einem Stundentakt als Grundangebot auf allen Linien zurückkommen", ist die Forderung der Fahrgastvertreter an die Landesregierung.

Große Sorgen macht sich PRO BAHN um die Zukunft der Gäubahn. Im Nahverkehr führen hier die wenig komfortablen Triebwagen zu vielen Klagen betroffener Fahrgäste. "Besonders der Sitzkomfort und die häufig defekte einzige Toilette werden immer wieder kritisiert", weiß Schneider aus vielen Briefen und Mails an den Verband. Der angedachte Einsatz von modernen Doppelstockzügen würde hier eine Absprachen treffen und die notwendigen Veränderungen bei der Deutschen Bahn veranlassen? sieht Schneider das für Verkehr zuständige Innenministerium in der Pflicht.

Im Fernverkehr Stuttgart - Zürich entfällt ab nächster Woche täglich ein Zugpaar. "Dies schafft eine empfindliche Lücke, die sich auch für die verbleibenden Fernzüge negativ auswirkt". Kurzfristig erwartet der Verband von der Bahn verstärkte Marketingmaßnahmen, zum Beispiel mit günstigen Fahrpreisangeboten auch für die Städte entlang der Strecke. "Möglichst schnell müssen auch alle denkbaren Ausbaumaßnahmen in Angriff genommen werden, die Bahn muss hier deutlich schneller werden. Mit vergleichbar Wenig kann bei geschickter Planung hier viel erreicht werden", ist sich PRO BAHN sicher und verweist unter anderem auf Studien der Regionen entlang der Gäubahn.

Als völlig unakzeptabel sieht PRO BAHN die Reduzierung des Angebotes auf der Linie Stuttgart - Strasbourg an. Der erste durchgehende Zug aus Stuttgart erreicht die europäische Hauptstadt künftig um 11:02, mit nahezu 4 Stunden Fahrzeit und selbst mit drei Mal umsteigen kommt man nicht vor 9:34 an. "Für eine Bahn mit dem Anspruch als führender europäischer Anbieter ist das niemanden vermittelbar", ärgert sich der Landesvorsitzende.

Heftige Proteste erreichen PRO BAHN von Pendlern auf der Strecke Heidelberg - Stuttgart. Durch Entfall der meisten direkten ICE-Züge auf dieser Linie wird die Bahnfahrt für viele Berufstätige massiv erschwert. Zum Beispiel ist hiervon der für viele wichtige Zug um 18:37 ab Stuttgart betroffen. Der weiter angebotene Zug um 18:05 war bereits in der Vergangenheit sehr gut besetzt, der nächste durchgehende Zug wird im neuen Fahrplan erst um 19:31 angeboten. "Besonders ärgert die Kunden, dass diese Änderung erst sehr kurzfristig bekannt gemacht wurde, die Pendler in ihrer Planung sich kaum mehr darauf einstellen können", erläutert Schneider. "Wir erwarten von der Deutschen Bahn hier eine baldige Nachbesserung und die Vorlage von langfristigen und verlässlichen Angebotskonzepten."

Verantwortlich für den Inhalt:

Josef Schneider, Vorsitzender Pro Bahn-Landesverband Baden-Württemberg

Kontakt: Josef Schneider 0160 / 7025154

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letzte Aktualisierung: 27.03.2017