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14.02.2006

Fahrgastverband sieht positive Signale für die Gäubahn

Anlässlich der Gründung einer neuen gemeinsamen Marketinggesellschaft "Rheinalp" von SBB und DB am 20. Januar in Zürich wurden Verbesserungen beim Betrieb auf der Gäubahn bekannt gegeben, die zum Fahrplanwechsel Ende 2006 in Kraft treten sollen. Damit soll der grenzüberschreitende Schienenverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz attraktiver werden. Nachdem seit Dezember des letzten Jahres ein IC-Zugpaar gestrichen wurde, wodurch eine vierstündige Taktlücke entstand, wird dann wieder ein durchgehender Zwei-Stunden-Takt angeboten, der ausschließlich mit ICE-T-Neigezügen betrieben werden soll. Die störungsanfälligen Cisalpino-Neigezüge werden auf dieser Strecke dadurch vollständig ersetzt.

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt diese Aufwertung und lobt diese Initiative der beiden Bahngesellschaften als ein positives Signal für die Zukunft, durch das die Gefahr einer weiteren Reduzierung des Fernverkehr auf der Gäubahn gebannt ist. Der Wegfall der durchgehenden Verbindung nach Italien wird nach Meinung der Fahrgastvertreter durch die bessere Fahrplanstabilität und den höheren Komfort des ICE mehr als aufgewogen.

Um jedoch das Potenzial der Verbindung noch besser zu erschließen, schlägt PRO BAHN vor, das Marketing der Bahn zu verbessern. Beispielsweise sollten Sonderangebote des Fernverkehrs auch für Bahnhöfe entlang der Strecke angeboten werden. Bisher gab es solche Angebote nur für Fahrten ab Stuttgart bzw. Zürich. Die Auslastung der Züge könnte auch durch eine Wiedereinrichtung des ICE-Halts in Böblingen gesteigert werden.

Langfristig muss aber auch die Infrastruktur dieser wichtigen Nord-Süd-Verbindung ertüchtigt werden, denn spätestens mit Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels im Jahr 2014 wird die Kapazität der auf weiten Strecken nur eingleisigen Strecke für den Güterverkehr nicht mehr ausreichen. PRO BAHN unterstützt das Angebotskonzept für die Gäubahn, das der Regionalverband Schwarzwald-Baar-Heuberg, die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) und die DB Netz AG in einer Studie vor einem halben Jahr vorgestellt haben. Es sieht einen teilweisen Ausbau der Strecke auf zwei Gleise und bessere Anschlüsse an den Fernverkehr in Stuttgart und Zürich vor und würde eine Fahrzeitverkürzung auf ca. 2 Stunden und 40 Minuten mit sich bringen.

Über sechzig Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs wäre es nun endlich an der Zeit, das seinerzeit als Reparationsleistung demontierte zweite Gleis wenigstens teilweise wieder aufzubauen, zumal auch die Schweiz beschlossen hat, ihren Teil der Strecke auszubauen. Solche Investitionen in den umweltfreundlichen und energiesparenden Schienenverkehr werden sich langfristig auszahlen und sind auch für die Wirtschaft der durchquerten Regionen von hoher Bedeutung.

In einem kürzlich erschienenen Artikel in unserer Verbandszeitschrift "Der Fahrgast", PRO BAHN-Zeitung 1/06 werden diese Maßnahmen und weitere Möglichkeiten der Angebotsverbesserung vorgeschlagen.

Der Artikel kann unter dem folgenden Link heruntergeladen werden: http://www.der-fahrgast.de/Archiv/2006/2006-1-40_44.pdf

Verantwortlich für den Inhalt:

Josef Schneider, Vorsitzender Pro Bahn-Landesverband Baden-Württemberg

Kontakt: Josef Schneider 0160 / 7025154

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letzte Aktualisierung: 02.05.2017