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Landesverband

30.10.2002

PRO BAHN zum Verkaufsstart der Fahrkarten im neuen Tarifsystem der DB AG

Stuttgart/Kirchheim, 30.10.02, WS/JS - Am 1.11.02 beginnt der Vorverkauf für Fahrkarten nach dem neuen Tarifsystem der DB AG, das am 15.12.02 in Kraft tritt. Der Landesverband von Pro Bahn in Baden-Württemberg hat aus diesem An-lass eine detaillierte Bewertung der Auswirkungen des neuen Tarifsystems auf den Bahnverkehr im Land vorgenommen, die dieser Presseerklärung beiliegt.

Leider fällt die Bilanz dieser Analyse insgesamt negativ aus, denn neben einzelnen Verbesserungen für Familien und zeitlich flexiblen Fahrgästen über mittlere Entfernungen, bringt das neue Tarifsystem für viele Stammkunden der Bahn teilweise massive Preiserhöhungen mit sich.

Für diese bewirkt die Reduzierung des BahnCard-Rabattes von 50 % auf 25 % zunächst einmal eine Preiserhöhung um bis zu 50 %, welche in vielen Fällen nicht durch die neuen Kombinationsmöglichkeiten mit den Mitfahrer- und Vorausbuchungsrabatten ("Plan- und Spar") ausgeglichen werden können. Dies ist insbesondere im Nahverkehr der Fall, wo überhaupt keine Vorausbuchung möglich ist und wo auch der Mitfahrerrabatt aufgrund einer Mindestpreisregelung nicht anwendbar ist.

Selbst im Fernverkehr ist es eher fraglich, ob sich viele Fahrgäste angesichts der Stornogebühren von bis zu 45 € auf das Vabanquespiel Plan- und Spar-Tarif einlassen, denn die Chancen, dabei maximal 40 % des Fahrpreises zu gewinnen oder aber alles zu verlieren sind sehr ungleich verteilt.

Parallel zur Einführung des neuen Preissystems werden alle noch verkehrenden Interregiozüge auf Intercityzüge umgestellt, womit weitere drastische Preiserhöhungen verbunden sind, die den bisherigen Grundpreis inklusive der früheren IR/IC-Zuschläge in manchen Fällen mehr als verdoppeln. Da diese Züge teilweise in einen Taktverkehr eingebunden sind, können die Bahnkunden auch nicht auf einen zeitnah verkehrenden Regionalzug ausweichen.

Wir befürchten deshalb, dass das neue Preissystem der DB AG die Bemühungen des Landes um eine Attraktivitätssteigerung im Schienenverkehr (z.B. durch Einführung des integralen Taktfahrplans, Fahrzeugförderung, Bestellung von IR-Ersatzverkehr) konterkariert und viele Fahrgäste in ihrer Verärgerung über teilweise maßlose Preiserhöhungen wieder auf ihren Pkw umsteigen.

Wir fordern deshalb vor allem die Landespolitik auf, ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss geltend zu machen, um die von uns vorgeschlagenen Verbesserungen des Preissystems durchzuset-zen und damit die Voraussetzungen zu einer von allen Seiten gewünschten vermehrten Benutzung der Bahn zu schaffen.

Verantwortlich für den Inhalt:

Josef Schneider, Vorsitzender Pro Bahn-Landesverband Baden-Württemberg

Kontakt: Wolfgang Staiger 0711 / 260138

Josef Schneider 0160 / 7025154

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letzte Aktualisierung: 21.11.2017