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Pressemitteilungen

RV Nordschwarzwald

24.05.2010

Nordschwarzwald-Bahnrundfahrt

Die im Enzkreis beheimatete Projektgruppe ".....den Enzkreis genießen" stellt in ihrem Veranstaltungskalender 2010 ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm vor. So werden auch einige Fahrten mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖV) angeboten, sie sollen den eingefleischten Autofahrerinnen und -fahrern die Vorteile und Annehmlichkeiten des ÖV demonstrieren.

An einem Maimorgen startete im Pforzheimer Hauptbahnhof die beliebte Nordschwarzwaldrundfahrt mit dem Etappenziel Freudenstadt. Dieter Zaudtke begrüßte im Namen des Fahrgastverbandes PRO BAHN Nordschwarzwald und des Bus & Bahn-Teams (Enzkreis) die erwartungsvoll gestimmten Reisenden. Nach den notwendigen Informationen und einigen humorvollen Einflechtungen bestieg die Gruppe den Interregio-Express nach Karlsruhe. Dort wartete bereits die Eilstadtbahn zur Fahrt durch das wildromantische Murgtal nach Freudenstadt.

Zaudtke erwies sich als wahres Auskunftsbündel, berichtete über technische Details der Stadtbahnwagen, Besonderheiten des Bahnverkehrs und vergaß auch nicht auf die landschaftlichen Highlights hinzuweisen.

Ab Weisenbach wandelt sich die Murgtalbahn in eine echte Gebirgsbahn. Über unzählige Brücken und zehn Tunnels windet sich der Schienenstrang das enger werdende Murgtal hinauf. Besondere Aufmerksamkeit erlangten die großen Granitblöcke im Fluss. Zaudtke berichtete über die unendliche Baugeschichte der Bahnlinie. Nach Eröffnung des ersten Teilstücks Rastatt – Gernsbach erforderte der Bau nach Freudenstadt, verursacht durch topografische Probleme und politische Querelen, noch weitere 59 Jahre. Der Steilstreckenabschnitt Klosterreichenbach – Freudenstadt wurde in der Anfangszeit mittels einer Zahnstange überwunden. Später und so auch heute darf diese Strecke nur von bestimmten Triebfahrzeugen befahren werden.

In Freudenstadt angekommen gab Zaudtke einige Erläuterungen zur Stadtgeschichte. In einem urigen Restaurant am Freudenstädter Marktplatz stärkte sich die Gruppe bei einem Mittagessen. Anschließend wurde der reizvolle quadratische Marktplatz mit seinen Arkadengängen umrundet und die Stadtkirche besucht. Sie ist in Form eines Winkelhakens erbaut und beherbergt in ihrem Inneren einen sehenswerten romanischen Taufstein und ein mittelalterliches hilzgeschnitztes Lesepult.

Nachmittags fuhr die Reisegruppe vom Bahnhof Freudenstadt-Stadt mit der Stadtbahn über die Steilrampe hinunter zum Hauptbahnhof. Früher kletterten auch dort die Dampflokomotiven an einer Zahnstange empor. Am Freudenstädter Hauptbahnhof hieß es umsteigen in den Regionalexpress in Richtung Stuttgart. Die Reise führte über Dornstetten – Schopfloch bis nach Hochdorf. Spannend verlief die Fahrt zwischen Freudenstadt und Dornstetten über drei tief eingeschnittene Täler, die durch bis zu 48 Meter hohe und bis zu 300 Meter lange Viadukte überbrückt werden.

In Hochdorf ergab sich ein zwanzigminütiger Aufenthalt. Zaudtke nutzte die Zeit für einige Erläuterungen zur Geschichte der Nagold- und Württembergischen Schwarzwaldbahn. So erfuhren die Reisenden u. a., dass wochentags zwischen Pforzheim und Calw 1937 lediglich 10 Zugpaare verkehrten, 1957 waren es 14, heute dagegen 29. Die Fahrzeit zwischen Pforzheim und Horb verkürzte sich im gleichen Zeitraum von über 2 Stunden auf eine Stunde und 14 Minuten. Auch der in Calw geborene Hermann Hesse kam nicht zu kurz, Zaudtke zitierte aus seiner Gedichtsammlung.

Die weitere Fahrt mit der Kulturbahn führte über Nagold – Calw – Bad Liebenzell nach Pforzheim.

Am Ende der Fahrt verglich Zaudtke die Bahnreise mit einer entsprechenden Autofahrt. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass bei der Wahl eines preisgünstigen Tickets, allein die Kraftstoffkosten um mindestens die Hälfte unterboten werden. Und schließlich tue man auch der Umwelt Gutes, wenn das Auto mal in der Garage bliebe.

Zaudtke verabschiedete die Fahrtteilnehmer, es war für alle ein interessanter und schöner Ausflugstag.

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letzte Aktualisierung: 21.11.2017