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13.02.2003

Pro Bahn Baden-Württemberg lehnt die geplante Preiserhöhung beim "Schönen-Wochende-Ticket" ab

Kirchheim, 13.02.03, WS/JS - Die Deutsche Bahn AG plant, den Preis des "Schönen-Wochenende-Tickets" zum 1. April von 28 € auf 30 € zu erhöhen, wobei diese Preiserhöhung nur für am Schalter erworbene Tickets gelten soll, während für Tickets aus dem Automaten oder für Tickets, die über das Internet gebucht werden, weiterhin der alte Preis gilt.

Bereits vor einem Jahr wurde der Preis des Wochenendtickets von 21 € auf 28 € erhöht, was PRO BAHN damals veranlasste, vor einem drohenden Fahrgastrückgang im Freizeitverkehr zu warnen. Diese Befürchtungen sind leider eingetreten, denn die DB AG verkaufte im Jahr 2002 nur noch 4,9 Millionen Tickets, während es im Jahr zuvor noch 6,7 Millionen waren.

Das Angebot des "Schönen-Wochenende-Tickets" wurde einmal mit dem Ziel geschaffen, die früher am Wochenende oft schwach besetzten Regionalzüge mit Ausflugsreisenden zu füllen und damit den ständig steigenden Freizeitverkehr auf der Straße einzudämmen. Nach mehreren Preiserhöhungen lohnt sich das Ticket allerdings für solche Ausflugsfahrten kaum noch und man gewinnt den Eindruck, dass die DB AG dieses ungeliebte Angebot am liebsten aufgeben würde. So wird neuerdings das Wochenendticket bei der Bahnauskunft gar nicht mehr angezeigt, selbst wenn sich mit ihm ein günstigerer Preis für die gewählte Verbindung ergibt. Nun sollen Kunden, die ein Wochenendticket am Schalter lösen, auch noch einen Aufpreis von 2 € zahlen, was weitere Bahnkunden dazu veranlassen wird, am Wochenende wieder ihr Auto zu benützen.

Wir erneuern daher unsere Forderung nach einer preiswerteren Alternative für kürzere Reise-entfernungen und schlagen vor, das Baden-Württemberg-Ticket, das bisher nur von Montag bis Freitag zum Preis von 21 € verkauft wird, auch an Wochenenden anzubieten. Wir warnen außerdem davor, dass durch die Einführung eines Aufpreises für Schalterkunden weitere Fahrkartenausgaben in ländlichen Gebieten von der Schließung bedroht sind. Damit würde für viele Fahrgäste die Ansprechperson wegfallen, die sie bei der Reiseplanung und beim Fahrkartenkauf berät und im Bahnhof für Sicherheit und Sauberkeit sorgt.

Durch die eigenmächtige Tarifpolitik der DB AG im Nahverkehr werden die umwelt- und ver-kehrspolitischen Zielen des Landes gefährdet, von dem die DB AG jährlich über 500 Mio. € an Fördermitteln für den regionalen Bahnverkehr erhält. Es ist deshalb höchste Zeit, dass die Landesregierung ihr Recht auf Mitbestimmung bei den Nahverkehrstarifen ausübt, indem sie einen einheitlichen Landestarif für alle Busse und Bahnen einführt. In diesem Rahmen könnten Gruppentarife für kürzere Strecken sowie das Baden-Württemberg-Ticket am Wochenende angeboten werden, um Busse und Bahnen auch im Freizeitverkehr wieder attraktiv zu machen.

Verantwortlich für den Inhalt:

Josef Schneider, Vorsitzender Pro Bahn-Landesverband Baden-Württemberg, Tel. 0160 / 7025 154

Dr. Wolfgang Staiger, Stellvertreter, Tel. 0172 / 7656 463

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letzte Aktualisierung: 02.05.2017