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RV Bodensee-Oberschwaben

21.03.2011

Stresstest für die Südbahn

Nicht-Regierungsparteien beklagen Vernachlässigung der Südbahn, CDU rechtfertigt Kürzungen

Radolfzell - Bad Schussenried (pb) - Mit einem "Stresstest" hat der Fahrgastverband PRO BAHN den Landtagskandidaten der Wahlkreise Biberach, Wangen und Ravensburg in Sachen Südbahn auf den Zahn gefühlt. Neben der fehlenden Elektrifizierung, so PRO BAHN, ist es vor allem der 2007 gekappte Regionalbahnverkehr zwischen Biberach-Süd und Aulendorf, der für Ärger sorgt. Dieser zwingt beispielsweise Berufspendler aus Aulendorf oder Bad Schussenried, die bei Liebherr und Handtmann in Biberach-Süd arbeiten, zum Umstieg aufs Auto. Ebenso ist die Reaktivierung der 1984 stillgelegten Haltepunkte Schweinhausen, Hochdorf, Unteressendorf und Winterstettenstadt überfällig. Die Antworten der Kandidaten verliefen, wenig erstaunlich, entlang der Lagergrenzen zwischen Regierung und Opposition.

Das Haupthindernis für den Lückenschluss und die Modernisierung der Südbahn sehen MdL Eugen Schlachter und Bernd Zander (GRÜNE), Gudrun Diebold und Christa Gnann (ödp), Ulrich Widmann (DIE LINKE) sowie Richard Holderied (PIRATEN) in der fehlenden Finanzierung. Das "sinnlose Milliardenprojekt Stuttgart 21" binde Mittel, die auf dem flachen Land besser aufgehoben wären, so Schlachter. Christel Ulmer (SPD) erhofft sich durch Neuausschreibung des Regionalverkehrs im Jahr 2016 bessere finanzielle Spielräume.

Die Kappung der Regionalbahnen zwischen Biberach und Aulendorf im Jahr 2007 sei eine "verkehrspolitische Fehlkonstruktion ersten Ranges" (Schlachter), ebenso die gleichzeitige Streichung des Stundentakts auf der Zubringerlinie aus Richtung Bad Waldsee, der Allgäubahn (Zander). Ein vertakteter ÖPNV sei schließlich das ökologisch und volkswirtschaftlich sinnvollste Verkehrsmittel (Diebold und Gnann), so die Kandidaten weiter. Ein zweites Gleis auch zwischen Friedrichshafen und Radolfzell wünscht sich Holderied, der auf seinem Weg zur Arbeit "täglich unter der Strecke Ravensburg-Salem-Neufrach leide".

Geht es dagegen nach Landwirtschaftsminister Rudolf Köberle (CDU), bleibt die Region zwischen Biberach und Aulendorf dauerhaft von einem qualifizierten Nahverkehr abgehängt. Die aktuellen Bedürfnisse dieses Abschnitts seien "inzwischen abgedeckt", so der Minister in seiner Antwort. Für eine bessere Busanbindung der 1984 stillgelegten Bahnhöfe Schweinhausen, Hochdorf, Unteressendorf und Winterstettenstadt solle der Landkreis sorgen. Eine Aussage, die wenig überrascht, schließlich hat die CDU als langjährige Regierungspartei den heutigen Zustand der Südbahn herbeigeführt.

Widmann sieht deshalb auch den Wähler in der Pflicht. Dieser müsse eben diejenigen Parteien wählen, die für einen qualifizierten öffentlichen Personennahverkehr stehen.

Kontakt:

Stefan Buhl, Vorsitzender PRO BAHN Baden-Württemberg, Tel. 0170/3077110

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letzte Aktualisierung: 17.03.2017