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Ab dem kommenden Montag (20.07.26) wird wieder einmal die Stuttgarter S-Bahn-Stammstrecke gesperrt. Diesmal dauert die Sperrung sogar noch deutlich länger als in den letzten Jahren, nämlich rund acht Wochen. Wie gewohnt werden die Fahrgäste zwischen Stuttgart-Vaihingen und Hauptbahnhof mit vielen schönen Worten auf wenige Regionalbahnen über die Panoramastrecke und Busse oder die Straßenbahn verwiesen.
Da diese Sperrung ja bei weitem nicht die erste ist, fragt sich der gestresste Fahrgast natürlich, ob denn bei den vielen Baustellen keinerlei Koordination erfolgte? Noch viel mehr ist die Frage, wie denn solche Baustellen gehandhabt werden sollen, wenn in einigen Jahren nach dem Willen der Stadtpolitik der oberirdische Hauptbahnhof nicht mehr zur Verfügung steht? Schon im „Normalbetrieb“ vergeht wohl kaum ein Tag, an dem nicht einzelne S-Bahnen wegen irgendwelcher Störungen im Tunnel in den oberen Bahnhof einfahren. Nach unserer Meinung ist es längst überfällig, dass sich die Politik von der Vorstellung, auf oberirdische Gleise verzichten zu können, endlich verabschiedet. Zukunftsfähig ist nur ein Stuttgarter Hauptbahnhof mit genügend Gleisen oben und unten.
(jb)
Heute war es dann soweit: In einer groß angelegten Pressekonferenz gaben die DB und die anderen politischen Projektpartner die aktuellen Planungen für die Inbetriebnahme des Stuttgarter Tiefbahnhofs bekannt.

Neben der Hauptfrage, ob dieser Zeitplan denn nun endlich mal eingehalten wird, stellt sich für uns zuerst die Frage, warum die Schaffung eines kürzeren Zugangs zum Querbahnsteig nochmal fast eineinhalb Jahre dauern soll. Die Betondecke über dem Tiefbahnhof ist doch fertig, da könnte man doch auch jetzt schon einen Zugang zum Bahnsteig drüber legen?
Völlig abwegig ist aber unserer Meinung nach die Vorstellung, im Jahr 2032 auf die Gäubahnanbindung und wenig später auf den Kopfbahnhof insgesamt verzichten zu können. Die Gäubahn muss bis zu Fertigstellung einer anderen Verbindung zum Hauptbahnhof weiterhin in den bestehenden Kopfbahnhof geführt werden und der Kopfbahnhof darf auch erst aufgegeben werden, wenn die neuen Anlagen auch in der täglichen Praxis ihre Tauglichkeit bewiesen haben (das wird aber noch eine Weile dauern).
Noch ein paar Links:
Die DB-Präsentation zur Lenkungskreissitzung (daraus ist das obige Bild entnommen)
Die Pressekonferenz (Phoenix)
(jb)
Gerüchteweise war der Eröffnungstermin für den Stuttgarter Tiefbahnhof im Dezember 2031 ja schon vor einigen Wochen genannt worden, heute wurde der Verkehrsausschuss des Bundestages von der DB in einer nicht-öffentlichen Sitzung über den Zeitplan informiert. Die Öffentlichkeit soll nach dem Willen der DB aber erst am Freitag davon erfahren, nachdem auch die Partner der DB im Lenkungskreis informiert wurden.
(jb)
Wenn wir in der Vergangenheit im Zusammenhang mit der DB von "Totalausfall" gesprochen haben sollten, dann hat sich das gestern relativiert. Zwar erleidet man als Fahrgast viel schneller einen Totalschaden als der Beförderer, weil man ja von A nach B will und es einem nichts nützt, wenn überall alles klappt, nur auf meiner Linie nichts geht.
Gestern Abend hat sich die DB aber mal wieder selbst übertroffen und es ging wirklich nichts mehr - nirgends. Man sollte aber nicht voreilig von der letzten Eskalationsstufe sprechen, weil die DB das für gewöhnlich zum Anlass nimmt, bei nächster Gelegenheit das Gegenteil zu beweisen.
Deshalb empfehlen wir der DB nur, doch mal ein Qualitätsmanagement (QM)-System einzuführen, wie es jede Dorfbäckerei hat: Wenn etwas schief geht, sucht man die Ursache und sorgt dafür, dass es nicht wieder passiert. Aber wem sagen wir das...
Vielleicht ist aber alles nur inszeniert und soll von der anderen "großartigen" DB-Meldung von heute ablenken: Der bestgeplante U-Bahnhof der Welt wird frühestens in der Amtszeit der Nachfolger aller aktuellen Verantwortungsträger fertig. Dann müssen die jetzigen nicht nochmal eine solche Nachricht überbringen. À propos: Eine Betriebsgenehmigung gibt es dafür eh nicht, wenn alles mit rechten Dingen zugeht. Aber wem sagen wir das... Wir fordern: Genau soviel Geld wie für Stuttgart21 nochmal zusätzlich für sinnvolle Projekte bereitzustellen. Wir würden uns freiwillig um die Auswahl der Projekte kümmern - damit nicht nochmal so ein Desaster passiert.
(mb)
Gestern fand in Pfullingen ein Bürgerentscheid zur Trassenführung der künftigen Regional-Stadtbahn Neckar-Alb in Pfullingen statt. Der Gemeinderat hatte dort eine andere Trassenführung als von der Verwaltung vorgesehen beschlossen. Im Bürgerentscheid wurde jetzt die ursprüngliche Planung mit knapper Mehrheit bestätigt. Damit kann die Planung für den Bau der Stadtbahn durch die Innenstadt weitergehen (Pressemeldung des Zweckverbands dazu).
(jb)
Wie schon in den letzten beiden Jahren gibt es auch 2026 in den Monaten Juli und August eine deutsch-französische Sommeraktion für Menschen unter 28: Jugendliche aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland können mit dem Deutschlandticket auch Nahverkehrszüge in der französischen Region Grand Est benutzen und sogar bis Paris fahren. Umgekehrt können französische Jugendliche mit dem Pass Jeune die drei grenznahen Bundesländer bereisen.
So weit so schön. Jetzt müssen nur noch die grenzüberschreitenden Zugverbindungen der Nachfrage entsprechend ausgebaut werden. Gerade die Verbindung zwischen Offenburg und Strasbourg macht schon seit Jahren durch ständige Überfüllung der Triebwagen von sich reden. Zwar sind seit Mai (endlich!) die neuen französischen Elektrotriebzüge im Einsatz, aber nur auf den Kursen, die auch bisher von der SNCF gefahren wurden, auf den übrigen Kursen sind weiter die viel zu kleinen RS1-Triebwagen der SWEG im Einsatz. Wenn überhaupt: an diesem Wochenende wurden die RS1 wegen Hitzeproblemen aus dem Verkehr gezogen und durch andere Züge ersetzt, die aber nicht nach Frankreich fahren dürfen und deshalb schon in Kehl enden. Wie lange soll das noch so weitergehen?
(jb)
Am kommenden Sonntag (14.06.2026) ist der sogenannte „kleine Fahrplanwechsel“. Zwar ändern sich die realen Fahrpläne durch die vielen Baustellen ohnehin dauernd, aber die Tradition eines eigenen „Sommerfahrplans“ hat das Landesverkehrsministerium immerhin zu einer Pressemitteilung veranlasst. Das interessante an dieser Meldung ist aber, dass das Ministerium hier erstmals mit neuen Regeln für die Anschlusssicherung wirbt.
Zum Hintergrund: Vor einigen Jahren hatte DBNetz (heute: DBInfraGO) die seit Jahrzehnten bewährten Wartezeitvorschriften abgeschafft und für die Anschlusssicherung eine kompliziertes Abspracheverfahren zwischen den beteiligten Verkehrsunternehmen und dem Netz erzwungen. Das nun vom Land Baden-Württemberg (bzw. der NVBW) eingeführte Verfahren soll wieder verlässliche Regeln für die Anschlüsse herstellen.
Bei großen Verspätungen, wie sie vor allem im Fernverkehr vorkommen, wird das natürlich nichts nützen, aber gerade bei kleinen Verspätungen von wenigen Minuten sind Anschlüsse bisher oft reine Glückssache. Wenn hier verlässliche Regeln eingeführt werden ist das nur zu begrüssen. Wir werden sehen, ob das auch so funktioniert.
(jb)
Es ist nun wirklich nichts Neues mehr, wenn eine weitere Verzögerung beim Bauprojekt „Stuttgart 21“ bekannt wird. Offiziell ist natürlich noch nichts bekannt, denn die DB möchte erst Ende Juni nach Aufsichtsrat- und Lenkungskreissitzung den aktuellen Zeitplan bekannt geben, aber Anfang dieser Woche meldete die Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass Stuttgart 21 erst Ende 2031 in Betrieb gehen kann. Weitere Meldungen folgten dann auch von anderen Medien (z.B. Stuttgarter Zeitung, Südwestrundfunk). Auch eine weitere Kostensteigerung ist zu erwarten.
Nachtrag: Am Donnerstag zeigt der SWR noch einen Film zur Stuttgart 21-Baustelle.
(jb)
In der Nähe von Teningen fand heute ein „Spatenstich“ genanntes politisches Ritual statt, bei dem mit etlichen Reden der Baustart im Planfeststellungsabschnitt 8.1 der Neu- und Ausbaustrecke Karlsruhe — Basel, einem Teil der enlang der Autobahn A5 führenden Güterzugumfahrung von Freiburg, gefeiert wurde.
Allein für sich ist dieser Abschnitt aber noch funktionslos, weshalb dringend auch die anderen Bauabschnitte in Angriff genommen werden müssen.
(jb)
Seit Jahren sind in Stuttgart die langen Wege von der Stadt und den S- und U-Bahn-Stationen zu den Bahnsteigen des Kopfbahnhofs um die Baustelle herum ein ständiges Ärgernis für die Reisenden („Fernwanderweg“). Eine Petition fordert jetzt die DB auf, schnellstmöglich für kürzere Wege zu sorgen.
(jb)
Rund zwei Monate nach der Landtagswahl haben heute GRÜNE und CDU den Koalitionsvertrag für die nächsten fünf Jahre vorgestellt. In diesem ca. 160 Seiten langen Dokument ist das Kapitel 10 mit immerhin 9 Seiten dem Thema Verkehr gewidmet, davon zwei Seiten zum Schienenverkehr und eine weitere zum ÖPNV. Inhaltlich enthält der Vertrag eine Aufzählung bereits bekannter Positionen und Projekte inklusive Stuttgart 21 und Pfaffensteigtunnel. Interessant ist der Satz „Eine Unterbrechung der Direktanbindung Singen/Zürich vor Inbetriebnahme von Stuttgart 21 darf es nicht geben“. Aber auch dieser Satz ist unbestimmt genug, um eine Verkürzung der Strecke bis Vaihingen nicht auszuschließen. Fazit: Auch unter einer neuen Führung des Verkehrsministeriums werden die begonnenen Projekte erst einmal weitergeführt, neue Impulse sind erst einmal nicht zu erwarten.
(jb)
Seit heute ist die Hochrheinstrecke zwischen Rheinfelden und Erzingen komplett gesperrt. Grund sind die schon lange geplante Elektrifizierung und einige damit zusammenhängende Ausbaumassnahmen an der Strecke. Die DB informiert über den geplanten Schienenersatzverkehr.
Was die DB aber nicht beantworten kann ist die Frage, warum heutzutage eine so lange Streckensperrung nötig sein soll. Vor rund 50 Jahren wurde die baulich erheblich schwierigere Schwarzwaldbahn ganz ohne Streckensperrung elektrifiziert!
(jb)
Man ist ja schon einiges von DB InfraGO gewohnt, aber die jüngste Streckensperrungsankündigung dürfte einen neuen Negativrekord darstellen: Seit heute ist die „Panoramabahn“ zwischen Stuttgart Hbf und Stuttgart-Vaihingen wegen dringender Gleisbauarbeiten gesperrt, angekündigt wurde die Sperrung erst gestern Nachmittag!
Ursprünglich sollte diese Strecke mit der Eröffnung des Stuttgarter Tunnelbahnhofs (wann sollte das noch einmal sein?) stillgelegt werden, vermutlich deshalb wurde in den vergangenen Jahren nichts mehr für den Unterhalt der Strecke gemacht. Und nun sind die Schäden anscheinend so groß, dass sofort etwas gemacht werden muss. Bis Ende Mai sollen die Gleise dann ausgewechselt sein, denn im Sommer wird die Strecke ja wieder als Umleitungsstrecke benötigt, wenn die jährliche S-Bahn-Stammstreckensperung ansteht.
Die Zukunft der Strecke ist übrigens inzwischen gesichert: Ende März wurde von den beteiligten Institutionen eine Vereinbarung für die zukünftige Nutzung als S-Bahn-Strecke unterzeichnet.
(jb)
Am vergangenen Dienstag berichtete die Badische Zeitung in ihrer Freiburger Ausgabe über den Erfolg der Schnellbuslinie 37, die die Tuniberg-Gemeinden Munzingen und Tiengen direkt mit dem Freiburger Hauptbahnhof verbindet. Diese Buslinie war eines der untersuchten Beispiele in einer Studie des Karlsruher Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI zu Massnahmen zum Klimaschutz im Verkehr, die vom Verkehrsministerium in Stuttgart in Auftrag gegeben war. Darin wird belegt, dass auch attraktive Buslinien einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz liefern.
Ein großes Problem bleibt aber die Finanzierung des kommunalen Busverkehrs, die eine Ausweitung der Angebote auf weitere interessierte Orte schwierig macht.
(jb)

Ein jahrelanger Streit, der zuletzt auch vor Gericht geführt wurde, ist nun endlich vorbei: Der Fahrgastverband PRO BAHN Baden-Württemberg e.V. hat auf seiner Jahreshauptversammlung am letzten Samstag in Friedrichshafen einem Entschließungsantrag zugestimmt, der endlich neue Wohnbebauung in Stuttgart auf bisherigen Verkehrsflächen zulässt.
„Erstaunlich, was unter Zeitdruck alles möglich ist,“ kann es der stellvertretende Landesvorsitzende Matthias Beß selbst kaum glauben. Ein kurzfristig eingebrachter Antrag wurde einstimmig angenommen, der einfach die richtige Idee zur richtigen Zeit ist. Somit wurde beschlossen, dass die Flächen sämtlicher Bundesfernstraßen auf Stuttgarter Stadtgebiet ab sofort zur Überbauung mit neuen Gebäuden freigegeben sind.
„Nach kurzer Beratung im Kreise der anwesenden Mitglieder war klar: Niemand braucht diese Straßen mehr,“ so Beß. Angesichts des gravierenden Wohnungsmangels in Stuttgart war das Abstimmungsergebnis dann nur noch Formsache. „Wir wollen einer Lösung nicht länger im Wege stehen und die fehlgeleitete Diskussion in eine neue Richtung lenken,“ erläutert Beß. Nach Ablauf der dreitägigen Einspruchsfrist ist der Beschluss inzwischen rechtskräftig, d.h. dass ab sofort Baurecht besteht.
Der Straßenverkehr soll dadurch selbstredend nicht eingeschränkt werden. Die verbleibenden Nebenstraßen sowie Parkhäuser werden digitalisiert (Digitaler Straßenknoten Stuttgart, DSKS), wodurch sich ihre Kapazität spontan verzehnfacht.
Diese unverhoffte Nachricht wird im Stuttgarter Rathaus sicherlich Freudenstürme auslösen. Bereits ab dem heutigen Mittwoch, 1. April 2026, können die Bundesfernstraßen in Stuttgart gesperrt und einer sinnvollen Verwendung zugeführt werden. Wichtiger Nebeneffekt: Der politisch suggerierte Siedlungsdruck auf das sog. Rosensteinquartier ist damit hinfällig, d.h. die Flächen des Stuttgarter Hauptbahnhofs können unstrittig dauerhaft für den Bahnverkehr weitergenutzt werden.
Natürlich gibt es soviel Genialität nicht zum Nulltarif, weshalb wir die Profiteure Bund, Land, Stadt Stuttgart und die Flughafengesellschaft zur Überweisung von 13 Mrd. Euro auf unser bekanntes Vereinskonto auffordern.
(mb)
Am Samstag (28.03.2026) fand in Friedrichshafen am Bodensee die diesjährige Mitgliederversammlung des PRO BAHN Landesverbands Baden-Württemberg statt. Am Vormittag hielt Ralf Derwing von der Initiative Bodensee-S-Bahn einen viel beachteten Vortrag (Pdf, 2,3 MB) über die aktuellen Entwicklungen im Bodenseeraum.
Am Nachmittag wurde dann von der Mitgliederversammlung eine Resolution verabschiedet, in der die unverzügliche Umsetzung der bereits geplanten Verbesserungen im Eisenbahnverkehr und weitere Verbesserungen gefordert werden.
Bei den anschließenden Wahlen wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt und der Kreis der Beisitzer erweitert.
(jb)
Heute fanden vor dem Verwaltungsgerichtshof in Mannheim die Verhandlungen zu zwei Klagen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und des Landesnaturschutzverbands Baden-Württemberg (LNV), an der sich auch PRO BAHN beteiligt hatte, gegen die Abkoppelung der Gäubahn statt. Am Abend wurde schon das Urteil verkündet und die Ablehnung der Klagen aus der ersten Instanz bestätigt. Der SWR berichtet darüber.
Nachtrag (19.03.2026): Nun hat sich auch der Verwaltungsgerichtshof geäußert.
Als Fazit bleibt, dass der Kampf gegen die Gäubahnunterbrechung politisch entschieden werden muss. PRO BAHN wird weiter gegen die unsinnige Abkoppelung kämpfen!
(jb)
Die Mitglieder des PRO BAHN-Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein und Südpfalz haben während ihrer letzten Sitzung auch über die Klagen über hohe Treibstoffpreise diskutiert und empfehlen, öfter statt des Autos den ÖPNV zu nutzen. Dies wurde auch in einer kurzen Pressemitteilung verbreitet.
(jb)
Gute Nachrichten für alle ÖPNV-Nutzer: In der aktuellen Verhandlungsrunde haben sich der Kommunale Arbeitgeberverband Baden-Württemberg (KAV) und die Gewerkschaft Verdi auf einen Tarifvertrag geeinigt. Bis Ende Dezember 2029 drohen damit in Baden-Württemberg keine Streiks mehr bei den kommunalen Verkehrsunternehmen.
(jb)
Die Initiative Bodensee-S-Bahn (IBSB), PRO BAHN Baden-Württemberg und mehrere VCD-Kreisverbände warnen in einer gemeinsamen Pressemitteilung vor den Folgen der von der DB für 2027 geplanten Baustellen, die den Bodenseeraum zeitweise komplett vom deutschen Schienennetz abhängen. Stattdessen sollte mehr mit Teilsperrungen gearbeitet werden und die Ablachtalbahn (Radolfzell — Mengen) für Umleiterverkehre hergerichtet werden. Die Politik muss hier gegenüber der DB den nötigen Druck machen und natürlich auch das nötige Geld bereitstellen.
(jb)
Wie heute in verschiedenen Presseberichten (LOK Report oder Schwäbische Zeitung) bekannt wurde, hat die Nutzen-Kosten-Untersuchung für die Reaktivierung der Ablachtalbahn von Radolfzell nach Mengen mit einem durchgehenden Stundentakt ein positives Ergebnis gebracht. Jetzt müssen die beteiligten Gemeinden und das Land die nächsten Schritte einleiten.
(jb)
Zur Verbesserung der Pünktlichkeit dieser Linie endet seit dem Fahrplanwechsel im letzten Dezember jeder zweite IC von Stuttgart bereits in Singen und von Singen wird ein anderer Zug (möglichst pünktlich) nach Zürich eingesetzt. Anfang der Woche gaben DB und SBB bekannt, dass dieses Konzept aus ihrer Sicht ein Erfolg war und deshalb (mindestens) bis Dezember 2026 fortgesetzt wird. Die Pünktlichkeit auf dem deutschen Abschnitt (nach DB-Definition: weniger als sechs Minuten) hat sich von 62 % auf 72 % erhöht. Das ist zwar immer noch schlecht, aber doch deutlich besser als andere Linien von DB Fernverkehr. Auf dem schweizer Abschnitt ist die Pünktlichkeit (nach SBB-Norm: weniger als drei Minuten!) sogar auf über 80 % gestiegen. Die Differenz sind dann die verpassten Anschlüsse in Singen.
Als weitere Massnahme soll jetzt die veröffentlichte Abfahrzeit (Nord-Süd-Richtung) in Oberndorf zwei Minuten vorverlegt werden, um bei Verspätung des Gegenzuges die Kreuzung leichter nach Epfendorf verlegen zu können. Das kann den Zugbetrieb sicherlich flüssiger gestalten, zeigt aber auch deutlich das eigentliche Problem der Gäubahn: die weitgehende Eingleisigkeit!
Zwar gibt es auch dafür schon lange Planungen der DB, wie das verbessert werden könnte, aber die wortstarken Politiker der Region (vor allem in Stuttgart) beschränken sich leider einzig auf den Pfaffensteigtunnel als Ausbaumassnahme, dabei wäre der Ausbau des Gäubahn-Südabschnitts die weitaus nötigere und sinnvollere Massnahme.
(jb)
Wie der SWR heute meldet verzögert sich die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 weiter um mehrere Jahre. Als Grund werden wieder einmal Probleme mit der Umsetzung des Digitalen Knotens Stuttgart genannt, aber auch Schlampereien bei den bisher ausgeführten Bauarbeiten.
Da der Stuttgarter Kopfbahnhof offensichtlich noch länger in Betrieb bleiben muss, müssten jetzt aber auch dringend nötige Erhaltungsarbeiten an den bestehenden Anlagen erfolgen und Verbesserungen bei den unerträglich langen Umsteigewegen für die Fahrgäste erfolgen. Das wären dann sinnvolle Investitionen für die Zukunft, da wir schon lange der Meinung sind, dass nur eine Kombination aus alten und neuem Bahnhof in Stuttgart zukunftsfähig ist.
(jb)
Die Mitglieder des PRO BAHN-Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein und Südpfalz haben während ihrer letzten Sitzung die vorgesehenen Kürzungen bei den VBK diskutiert und kamen zum Ergebnis, dass zwar noch schlimmere Kürzungen abgewendet, die grundlegenden Probleme aber nicht gelöst werden konnten. Es fehlt immer noch eine gesicherte Finanzierung des kommunalen ÖPNV, außerdem wird bei ausgedünnten Fahrplänen die Anschlusssicherung immer dringender!
Die Ergebnisse der Diskussion wurden in einer Pressemitteilung verbreitet.
(jb)
Die Dauerbaustellen der DB im Raum Stuttgart fordern wieder einmal Einschränkungen von den Fahrgästen: Seit heute fallen einen Monat lang die S-Bahnen zwischen Bad Cannstatt und Fellbach bzw. Waiblingen aus, Regionalzüge werden über Marbach umgeleitet. Grund sind Bauarbeiten im Bereich von Bad Cannstatt. Zwischen Stuttgart und Waiblingen gibt es Schienenersatzverkehr.
Zusätzlich kam es heute noch zu einem Erdrutsch zwischen Backnang und Oppenweiler. Die Strecke ist jetzt komplett gesperrt — Dauer unbekannt.
Besser sieht es südlich von Stuttgart auf der Schönbuchbahn aus, die ja seit der Umstellung auf neue Triebwagen im letzten Jahr durch viele Störungen und Zugausfälle bis zur Komplettstillegung glänzte: Nach einer Mitteilung des Landkreis Böblingen sollen dort seit gestern wieder Züge fahren. Mal sehen, wie lange die neuen Fahrzeuge diesmal duchhalten — hoffen wir das Beste!
(jb)
Heute teilte das Verkehrsministrium in einer Pressemitteilung mit, dass ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 eine durchgehende Regionalexpress-Linie von Friedrichhafen über Lindau nach Schruns in Vorarlberg verkehren soll. In der letzten Woche waren bereits die Verträge mit der ÖBB als Betreiber unterzeichnet worden.
Wir finden es natürlich erst einmal gut, dass es hier endlich mal eine grenzüberschreitende Taktlinie (2-Stunden-Takt) gibt, fragen uns aber auch, warum man von Stuttgart aus immer noch umsteigen muss. Das darf nur ein erster Schritt sein!
(jb)
Seit dem letzten Fahrplanwechsel gibt es eine neue Frühverbindung von Karlsruhe über Wörth nach Germersheim, mit der die Frühschichtwechsel mehrerer großer Arbeitgeber erreicht werden können. Der PRO BAHN-Regionalverband Mittlerer Oberrhein und Südpfalz wirbt jetzt mit einer Medienmitteilung dafür.
(jb)
Der Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller, dem die Kommunen und Landkreise des Projektraumes angehören, beklagt den fehlenden Fortschritt bei der Modernisierung und dem Ausbau der Donaubahn und hat sich deswegen mit einem Schreiben an das Verkehrsministerium Baden-Württemberg gewandt. Während es für die benachbarte Brenzbahn seit November 2025 eine entsprechende Planungsvereinbarung zum Ausbau bereits gibt, herrscht beim ebenso dringend nötigen Ausbau der Donaubahn seit Jahren nur Stillstand. Auch nach unserer Meinung ist im Donautal eine Elektrifizierung und ein zweigleisiger Ausbau nötig.
(jb)
Seit der Regionalisierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) im Jahre 1996 hat eine Absurdität Bestand, nämlich dass der gesetzliche Aufgabenträger für den SPNV seine Aufgabenträgerschaft für einige Strecken bzw. Linien schlicht nicht anerkennt. Begründung: Es gab die Linie 1996 nicht oder nur mit stark verringertem Fahrplanumfang.
Ähnlich abwegig ist die Praxis, dass Kommunen für den Ausbau von Bundesschienenwegen zur Kasse gebeten werden: Nicht per Rechtslage, sondern per Erpressung.
Nun, zumindest der erstgenannte Punkt ist nun aufgeweicht worden, indem das Land kommunalen SPNV finanziell unterstützt. Dafür stehen nach offiziellen Angaben bis 2031 etwa 130 Mio. Euro zur Verfügung. Das begrüßen wir als Fahrgäste ausdrücklich: Nirgends bekommt man mehr fürs Geld, als dort, wo die Maßnahmenträger nicht für Geldverschwendung belohnt werden.
Wir wünschen uns generell eine langfristig verlässliche Finanzierung der Schieneninfrastruktur sowie die Abschaffung aller (Förder-)Fehlanreize, wodurch Infrastruktur vorsätzlich auf Verschleiß gefahren wird.
Allen neu geförderten Bahnen und ihren Fahrgästen wünschen wir allzeit gute Fahrt und insbesondere der Schönbuchbahn, dass sie schnell wieder auf die Räder kommt!
(mb)
Ende Januar ist unser Vorstandsmitglied Ullrich Müller in seinem 78. Lebensjahr verstorben. Als gelernter Bauingenieur für Verkehrsbau war er ein vehementer Kritiker der heute üblichen Vollsperrungen von Bahnlinien bei Bauarbeiten. Außerdem war er auch kommunalpolitisch aktiv und hat unter anderem jahrelang die Modernisierung und Verlängerung der Turmbergbahn in Karlsruhe-Durlach gefordert. Die Früchte seiner Bemühungen wird er jetzt nicht mehr erleben.
Der Regionalverband hat heute einen Nachruf auf Ullrich Müller veröffentlicht. Und auf unseren Themen-Seiten gibt es einen Artikel von Ullrich Müller über die Elektrifizierung der Schwarzwaldbahn vor 50 Jahren. Damals waren Streckensperrungen noch kein Thema.
(jb)
Mit einer Pressemitteilung und ordentlich Vorschusslorbeeren (Eigenlob) des Verkehrsministeriums ging letzte Woche das neue Mitfahr- bzw. Pendlerportal "mitfahren-bw.de" an den Start.
Zitat: "Plattformen wie mitfahren-bw.de machen es dir leicht, passende Mitfahrende für deine Strecke zu finden. Probiere es aus."
Einige Stichproben und eine Lektüre der Seiteninhalte später, ist das Angebot auch schon wieder entzaubert: Es gebe "über 100" Mitfahrangebote BaWü-weit. Da wundert es uns - auch angesichts der völlig unbrauchbaren Suchlogik wegen - nicht, dass man keine einzige davon findet. Man sucht die Nadel im Heuhaufen.
Hauptfrage: Welchen Grund kann man haben, für Mitfahrten eine eigene Plattform zu schaffen? Menschen, die mobil sein wollen, entscheiden doch nicht als erstes, welches Verkehrsmittel sie nutzen wollen und suchen dann gezielt genau *danach*. Sie wollen zuallererst von A nach B - und _wie_ das geht, ist dann die wichtige Frage, die vom Auskunftssystem beantwortet werden muss.
Was nützen die tollen Infos über Pendlerströme, wenn ich nicht weiß, wen ich nun konkret um eine Mitfahrt bitten kann?
Wir sind mal wieder fasziniert davon, wofür das Verkehrsministerium alles Geld übrig hat. Kopfschüttel!
Zwar ist eine solche Meta-Suchmaschine immer noch besser als noch stärker zersplitterte Strukturen, aber ohne eine kritische Masse an Angebot kann auch kaum eine Mitfahrt zustandekommen.
Die Funktion der Plattform muss in die Auskunftssysteme des Öffentlichen Verkehrs integriert werden, die alle Arten von Mobilität anzeigen. Dann gibt es für Anbieter- und Nachfrageseite eine Chance auf Erfolgserlebnisse, sodass beide gemeinsam wachsen können.
(mb)
In Baden-Württemberg sind die Städte Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz betroffen, wie laut Spiegel der zuständige Ver.di-Landesbezirk mitteilte.
Angesichts des Mangels an Fahrpersonal muss der Beruf des Fahrers attraktiv ausgestaltet werden.
Gespart werden sollte daher nicht am Personal, sondern an verkorksten Linienführungen, Stich- und Umwegfahrten, die weder für Fahrgäste noch für die Aufgabenträger attraktiv sind und die oft nur aufgrund einer irreführenden Methodik bei kommunalen Nahverkehrsplänen existieren: Die Erschließungswirkung wird nur am Vorhandensein einer Haltestelle und ggf. an der Fahrtenzahl festgemacht, nicht an der Fahrzeit.
Fragen Sie uns und sparen Sie sofort Milliarden ein, liebe kommunale Aufgabenträger!
(mb)
Was lange währt ... kommt doch noch zum Abschluss: Am 31. Januar wird in Calw ab 12 Uhr die Wiedereröffnung der Bahnverbindung in Richtung Stuttgart mit einem Bahnhofsfest gefeiert (Veranstaltungsflyer). Der fahrplanmäßige Betrieb der Strecke beginnt dann am 01. Februar 2026.
(jb)
Nachdem die Frist für die diesjährige Fahrgastbeteiligung abgelaufen ist, wurden jetzt auch die Ergebnisse der letztjährigen Aktion veröffentlicht.
(jb)
Wie heute bekannt wurde, liegt für den Bau des Pfaffensteigtunnels, über den die Gäubahn an den unterirdischen Bahnhof Stuttgart 21 angebunden werden soll, in einem ersten Bauabschnitt der Planfeststellungsbeschluss vor.
Das bewährte Bündnis von PRO BAHN, VCD und BUND bekräftigt in einer Pressemitteilung seine Kritik an dem Projekt.
Nachtrag (15.01.25):
Der Beschluss und die zugehörigen Unterlagen können hier heruntergeladen werden.
(jb)
Wie in den vergangenen Jahren können auch in diesem Jahr bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) wieder Änderungswünsche zum Fahrplan geäußert werden. Im Gegensatz zu früheren Jahren hat die Eingabefrist diesmal einen Monat früher begonnen und endet auch schon am 18. Januar 2026. Ob man damit auf die Überforderung durch die vielen Einwendungen im letzten Jahr reagieren wollte?
(jb)
PRO BAHN wünscht allen hier lesenden ein gutes neues Jahr 2026!
Dass das Jahr für uns Bahnreisende nicht ganz so gut wird, dafür sorgt wieder die DB InfraGO: Auch für 2026 sind wieder viele Streckensperrungen wegen Baustellen angekündigt, auf der Hochrheinstrecke, der Südbahn und immer wieder im Raum Stuttgart ...
Aber lassen wir uns nicht die Hoffnung auf eine bessere Bahn nehmen!
(jb)
letzte Aktualisierung: 09/2026